Inhalt

  • (ff. 160V) Part. An.
  • (ff. 60V72V) Inc. An.
  • (ff. 72V85V) Sens.
  • (ff. 85V91) Mem.
  • (ff. 9197) Somn. Vig. (ohne Titel)
  • (ff. 97102) Insomn. (ohne Titel)
  • (ff. 102V105) Div. Somn.
  • (ff. 105113) Mot. An.
  • (ff. 113V190) Gener. An.
  • (ff. 190192V) Long.
  • (ff. 192V195) Juv.
  • (ff. 195204V) Respir.
  • (ff. 205209) Somn. Vig.
  • (ff. 209212V) Insomn.
  • (ff. 212V214) Div. Somn.
  • (ff. 214219) Mot. An.
  • (ff. 219223) Lin.
  • (ff. 223227V) Spir.
  • (ff. 228339V) Hist. An. (ff. 228302V: lib. I–VI; 302V334V: lib. VIII–IX; 334V346V: lib. VII)
  • (ff. 340346V) Col.
  • (ff. 347353V) Mech.
  • Leer


    ff. 204a–204bV, 227a, 346a, 353a353bV (jeweils nach Textschluss am Ende der Lage); 320RV (inmitten der Lage, ohne Textauslassung); ff. 58V und 86V zu zwei Dritteln leer (am Lagenende, ohne Textauslassung).
  • Textgeschichtliches


    Der von Ioannes Arnes geschriebene Teil I (ff. 1204) – ohne die ergänzten Lagen (ff. 5158, ff. 7986) – ist Nachfahre eines besonderen Zweiges der Überlieferung (Isépy/Prapa 2018); er weist für den Metacharakterismos typische Merkmale auf (Isépy 2016, 89–91; Primavesi 2018, LIX–LX). Die übrigen Teile scheinen sämtlich den byzantinischen Mehrheitstext zu bieten, was sich – trotz der wohl sehr alten Vorlage (s. Ergänzungen zum Textbestand: f. 353V) – auch für Mech. nachweisen lässt (van Leeuwen 2016, S. 46–47; Isépy/Prapa 2018, S. 56–58).

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Westliches Papier.

Wasserzeichen

  • ff. I/II: Balkenwappen mit Lilie und Buchstaben, = Hea. 78 (London 1720);
  • ff. 150, 5978, 87186: Buchstabe A im Kreis, fast identisch Br. 7930 (Cesena 1441, mit Varianten Pesaro 1447, Fabriano 1453, Wien 1449), sehr ähnlich Zo. 1449 (1450);
  • ff. 5158, 81/84, 82/83, 228235, 244251: Dreiberg, ähnlich Br. 11702 (Pisa 1440) und 11709 (Pisa 1466), = Ha., monts 43 (〈im griech. Osten〉 1455);
  • ff. 79/86, 80/85: Hufeisen, Br. ohne Beleg, ähnlich Zo. 1446 (1458), abgebildet bei Ha. als fer à cheval 5, ähnlich Wz. im Mosqu. 240,
  • ff. 309, 312; ff. 187 bis 204b: Schere, ähnlich Br. 3661 (Venedig 1438), 3663 (Prag 1445, mit Varianten München, Florenz, Palermo, Russland 1444–1453) und 3685 (Florenz 1459/60, mit Varianten Neapel, Lucca 1457–1465), ähnlich Ha., ciseaux 43 (1452);
  • ff. 205227a, 252339: Einhorn, Typ Br. 99569964 (1405–1464) (Isépy/Prapa 2018, S. 17 und Abb. 1);
  • ff. 236243: Ochsenkopf, fast identisch Br. 14872 (Brescia 1457–1470), = Pi. XII, 868/9 (Süddeutschland, Österreich 1449–1452, 1451–1453), = Ha., boeuf 31 (1459), = Wz. im Mon. 502,
  • ff. 103108; ff. 340346a: Buchstabe G, entfernt ähnlich Br. 8204 (Admont 1454, mit Varianten München, Hermannstadt 1454–1455);
  • ff. 347353b: Buchstabe P mit Kreuz, Br. ohne Beleg.

Format

286 × 218 mm

Folienzahl

IV, 353 (+ 204a, 204b, 227a, 346, 353a, 353b), I‘.

Lagen

Vier zusammengebundene Einheiten: (I) 5×10 (f. 50), 1×8 (f. 58), 2×10 (f. 78), 1×8 (f. 86), 12×10 (f. 204b); (II) 3×8 (f. 227a); (III) 15×8 (f. 346a); (IV) 1×(10-1) (f. 353b, Bl. 10 fehlt ohne Textverlust). Einheit I wurde durch die beiden separaten Quaternionen erst im Nachhinein ergänzt (s. Entstehung).

Griechische Kustoden

Reste mehrerer Lagenzählungen, entsprechend der Komposition des Codex. Die Kustodenziffern sind aufgrund späterer Beschneidung der Seiten oft nicht mehr sichtbar.

1. Teil I: Soweit erkennbar und mit Ausnahme der Lagen 6 und 9 auf dem ersten und letzten Blatt der Lage am unteren äußeren Rand von der Hand des Ioannes Arnes. Die Zählung ist bis f. 156V nachvollziehbar, ging aber wohl bis 204bV. In Lage 6 keine Reste von Kustoden (vielleicht noch ein Punkt in der äußeren unteren Ecke auf f. 51), am Anfang und Ende von Lage 9 (f. 79 / 86V) jeweils ein θʹ von der Hand des „Anonymus Ar“.

2. Teil III: Ab der 25. (f. 228 = αʹ) bis zur 36. Lage (f. 316 = ιβʹ) nachvollziehbar; soweit erhalten, jeweils auf dem ersten und letzten Blatt der Lage am unteren äußeren Rand, von der Hand des „jeweiligen Kopisten“ (Aristoteles Graecus, S. 40).

3. Spätere durchgehende Lagenzählung: sichtbar auf f. 276 (λα), Reste auf ff. 284 und 292, 308 (λε), 316 (λϚ), Rest auf f. 324, 332 (λη), Rest auf f. 347. Von einer Hand in gräulicher Tinte ausgeführt, die sonst nicht an der Herstellung des Codex beteiligt gewesen zu sein scheint.

Anzahl der Linien

Je nach Kopist variierend zwischen ca. 27 und ca. 37.

Kopist

A. ff. 150V, 5978V, 87204V: Ioannes Arnes (Harlfinger 1974, Nr. 33).

B. ff. 5158V, 7986V, 213214 l. 8, 214 l. 10–217V, 218 l. 15–219 l. 12, 219 l. 15–224V l. 3, 224V l. 11–227V, 228268 l. 1, 268 l. 21–278 l. 17, 278V282 l. 19, 324V343 l. 18, 343V l. 19–350 l. 12: Anonymus Ar (Harlfinger 1974, Nr. 35/36).

C. ff. 205211V: Anonymus (Harlfinger 1974, Nr. 38).

D. ff. 211V212V, 268 l. 2–21, 278 ab l. 18, 282 l. 19–291V, 309V324: Anonymus (entgegen Harlfinger (Aristoteles Graecus, S. 41) handelt es sich nicht um Konstantinos Laskaris; vgl. Martínez Manzano 1998, S. 45; Isépy - Prapa 2018, S. 24–27).

E. ff. 214 l. 8–10, 218 l. 1–14, 219 l. 12–15, 224V l. 3–11, 343 l. 19–343V l. 19: Anonymus.

F. ff. 292309: Gregorios Monachos (Harlfinger 2011, S. 289, Anm. 13; Martinelli Tempesta 2013, S. 126–130) [= „Anonymus KB“, Harlfinger 1974, Nr. 42].

G. ff. 350 l. 13–353V: Matthaios Kamariotes.

f. IVV Pinax: J. Sirmond († 1651)

Signatur (MC ǀ 156; marg. sup.) bzw. Folienanzahl (359; marg. inf.) jeweils (?) von einer anderen Hand.

Ergänzungen zum Textbestand

Titel soweit vorhanden (s. Inhalt) und Initialen durchgehend rubriziert, erst im Nachhinein durch Matthaios Kamariotes eingetragen (Ausnahme: Col., 340, 〈Anonymus Ar〉). Ein ursprünglicher, schwarzer Titel nur im Falle von Div. Somn. (102V): 〈Ioannes Arnes〉. Einige Marginalien, meist Lemmata, von der Hand des jeweiligen Kopisten.

f. 220V, marg. inf., conversa charta (UV-Licht): καὶ ἄρ〈η τί〉θησι καὶ ο〈ὐκ〉 ε〈ὐθὺς〉 φέρει· ἀλλ’ ἀποπειραθεὶς το〈ῦ〉 βάρους ἀφίη〈σιν〉 (= Hist. An., 619a33–34).

ff. 351353: mehrere Diagramme von der Hand des Matthaios Kamariotes.

f. 353V, nach Textschluss, Matthaios Kamariotes: σημειωτέον, ὅτι πάνυ διεφθορὸς ἦν τὸ ἀντίγραφον.

f. 353V, marg. inf. von einer Hand des 15.–16. Jhs.: εἰσὶ γεγραμμ(έν)α τξϛ‘‘ (= 366).

Einband

Pergament–Pappband (sog. „Hornband“) der Jesuiten von Clermont. Auf dem Rücken: ARISTOTELIS ǀ OPERA XVII. ǀ Græce. ǀ Manuscript. ǀ 191 (als Aufkleber). Unten zwei Aufkleber: Philipp ǀ 1507 bzw. 1507.

Geschichte

Datierung

Um 1455; ff. 150V, 5978V, 87204V etwas früher.

Entstehung

Durch die Zusammenarbeit des Anonymus Ar (B) mit den Kopisten C–G sowie aufgrund der Biographie des Matthaios Kamariotes und anhand der Wasserzeichen ist die Entstehung der Teile II–IV und der beiden vom Anonymus Ar geschriebenen Lagen des Teiles I um 1455 in Konstantinopel gesichert. Dieser Zeitpunkt ist terminus post quem für die Vereinigung des Kodex, bei welcher Gelegenheit die Einheit I durch die beiden separaten Quaternionen (Heft 6 bzw. 9) ergänzt wurde.

Die Ergänzung erhellt aus dem Schreiberwechsel (s. Kopisten), der Verwendung eines anderen Papiers (s. Wasserzeichen) und einer anderen Vorlage (s. Textgeschichtliches) in diesen Heften sowie den unregelmäßigen Anschlüssen (die letzten Seiten f. 58V bzw. 86V verbleiben jeweils zu einem Drittel leer).

Für eine (synchrone) Zusammenarbeit der Schreiber B–G mit Arnes, der den Großteil von Teil I wohl schon früher kopiert haben muss, vielleicht noch vor der Halosis und in den 1440er Jahren (s. Wasserzeichen von Teil I), gibt es keinerlei Hinweise. Dass Arnes wenigstens teilweise auf der Peloponnes tätig war (Speranzi 2015, 113 mit Anm. 87 und 91), schließt nicht aus, dass er seine Arbeit an Teil I in Konstantinopel ausgeführt hat.

Provenienz

Von Guillaume Pellicier vermutlich 1539–1542 in Venedig erworben (Nr. 92 in seiner Bibliothek), gelangte der Codex über mehrere bekannte Zwischenstationen (Bibliothek von Claude Naulot d’Avallon, Jesuiten von Clermont, Meerman) nach Berlin (Cataldi Palau 1986): er war Nr. 245 der Bibliothek des Jesuitenkollegs (eingeklebter Zettel auf f. 106: CCXLV) und Nr. 191 der Sammlung Meerman (vgl. Einband).

(f. IVv) Pinax graeco-latinus (inc. Ιπποκράτους ὅρκος. Ιπποκράτους νόμος; des. Ἀριστοτέλους μηχανικά. Aristotelis mechanica). Die Differenz zwischen der tatsächlichen Folienzahl (359) und der Angabe auf f. 353V (366) kann darauf hinweisen, dass zum Zeitpunkt der Durchzählung die Lex und das Iusiurandum des Hippokrates enthalten waren.

Bibliographie

Kat.

Kod.

Text.

Faks.

Quelle

  • Peter Isépy, 2018 (Autopsie 2016).