Inhalt

Physische Beschaffenheit

Beschreibstoff

Papier

Wasserzeichen

  • ff. 1108, 178180/183185, 211/212: Hut mit Gegenzeichen A, sehr ähnlich Br. 3459 (Vicenza 1522).
  • ff. 109177, 181/182, 186210, 213286: Hut, entfernt ähnlich Br. 3404 (Udine 1503, mit Varianten Venedig 1481–1501, Hermannstadt 1504–1509, Ungarn 1505).
  • ff. 287289: Anker im Kreis mit Stern, sehr ähnlich Br. 588 (Innsbruck 1521–1522, mit Variante Vicenza 1510), ähnlich Mo. 647 (Zadar 1495).

Format

mm 313 × 215/219

Folienzahl

ff. II, 290 (+ 103a, 104a, 112a, 143a)

Lagen

29 × 10 (286), 1 × 4 -1 (289, Bl. 4 herausgeschnitten, kleine Reste vorhanden)

Griechische Kustoden

Griechische Kustoden (mit römischer Bifolienzählung) unten rechts von α I–V (ff. 15) bis ω I–V, dann αα I–V bis ζζ I–II

(ff. 287288), von den Kopisten (vgl. unten).

Reklamanten

Reklamanten waagerecht im Bereich von Hand A auf jedem Verso, im Bereich von Hand B auf dem 1.–5. und dem letzten Verso, von den Kopisten.

Anzahl der Linien

Lin. 39

Kopist

A. ff. 1167, lin. 2: 〈Ambrogio Leone aus Nola〉 (Lobel).

B. ff. 167, lin. 2–289: 〈Giovanni Bernardo Feliciano〉 (Lobel). Demselben Kopisten hat Lobel, alles zu Recht, auch die Oxford-Kodizes Auct. E. 1. 5, ff. 119134V und N. C. 31, ff. 4162, 125146 zugewiesen; in beiden – teilweise auch inhaltlich – zusammengehörigen Hss. arbeitet Bernardo mit Gentien Hervet, Bernardinos ὁ Σάνδρος aus Cremona und Konstantin Mesobotes zusammen (im N. C. 31 sind übrigens, was Lobel teilweise entging, nicht nur Hervet und Mesobotes, sondern auch die anderen Schreiber am Beginn einer von ihnen stammenden Lage genannt: wie f. 31 „Gentiani ε 1“ und ff. 67, 77, 87, 96, 109 „Constantini“ finden sich auch „Cremonini“ auf f. 17 und, fast abgeschnitten, auf f. 59 „Bernardi“, was Lobels Zuweisung nochmals bestätigt). In beiden Mss. stellt man im Teil von Bernardo Feliciano denselben großen Schriftspiegel (mm 265 × 155 bei Lin. 36–37) wie in unserer Hs. fest, zwei nur leicht abweichende Varianten des Wz. Anker im Kreis mit Stern (vgl. oben) sowie die waagerechten Reklamanten auf dem leztzten Verso, freilich abweichend vom Usus unserer Hs. nur in der Mitte (N. C. 31, f. 129V; Auct. E. 1. 5, f. 123V) und am Ende des Quinio (N. C. 31, f. 134V).

In unserer Hs. sind Buchtitel über den Seiten und Kustoden bis f. 168 von Ambrogio, dessen Hand also noch auf den ersten Seiten Bernardos feststellbar ist, ab f. 168V von Bernardo ausgeführt (die Art seiner Lagensignierung auch Par. 2198, vgl. H. Omont, Fac-similés XVe et XVIe siécles, Taf. 9). Bei der Lagenzählung war ein Irrtum unterlaufen: nach ρ I–V (ff. 157161) setzten Ambrogio und an ihn anschließend Bernardo nochmals mit π, ρ etc. ein. Bernardo hat dann den Fehler bemerkt und korrigiert von σ I (f. 167) bis ψ V (aus φ V, f. 221).

Titel, Initialen und Schmuckbänder auf ff. 1, 221V, 266V in verblaßtem Rot; auf f. 145V Titel und Initiale in dem dafür ausgesparten Freiraum nicht ausgeführt. Am Beginn der Hs. (bis f. 20) auch einige Marginalien in Rot.

Ergänzungen zum Textbestand

Griechische Marginalien von Hand A (ff. 2, 2V etc.) und einer weiteren Hand (ff. 3, 5V am Innenrand etc.), von der auch etliche lateinische Randnotizen stammen.

Einband

Zeitgenössischer Einbadn aus schwarzem Leder mit (nur noch schwach erkennbarer) Blindprägung. Die Deckel sind durch jeweil vier Fileten in drei konzentrische Rechtecke gegliedert, deren innerstes einen Rhombus einschließt. Stirnschnitt vergoldet. In den Deckeln (Längsschnittseite) vorn und hinten jeweils zwei Löcher, die auf ehemals vorhandene Schließen oder Bänder weisen. Der feste Rücken mit drei erhabenen Bünden ist neu, der alte Rücken mit einfacher Ornamentik (Folge von vier Quadraten jeweils mit Kreuz- und Diagonalaufteilung durch vier Fileten) auf dem vorderen Spiegel aufgeklebt.

Die ff. I und 290 sind moderne Vorsatzblätter.

Geschichte

Datierung

16. Jh. 1. Viertel

Provenienz

f. 1 von einer Hand des 16. Jh.: „Pertinet ad Conventum B(ectae) V(irginis) Mariae Curzule“. Curzola oder Corzola liegt auf der gleichnamigen Insel, dem antiken Kerkyra.

Auf dem vorderen Spiegel: „Bought by the Bodleian 21 Apr. 1892 from Prof. Nic. Batistic of Zara“. Unsere Hs. gelangte zusammen mit den Gr. class. c. 16 und Gr. class. c. 17 (S. C. 31370–31371), die dem gleichen Konvent gehörten und zusätzlich den Possessionsvermerk νικολάου τοῦ Πετραίου (Πετρείου, geändert aus Πέτρου im Gr. class. c. 17) Κερκυραίου καὶ τῶν φίλων enthalten, in die Bodleian.

Bibliographie

Kat.

  • Madan – Craster, Summary Catalogue, VI, S. 42.
  • Gr. class. c. 13 (Online-Katalogisat der Bodleian Library)

Kod.

  • E. Lobel, Schreiber Bibl. Bodl., unter der Signatur.
  • Harlfinger, Textgeschichte Lin., S. 411.

Quelle

  • Wiesner, Autopsie April 1966
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Zitierhinweis

Oxford, Bodleian Library, Gr. class. c. 013, in: CAGB digital, hg. v. Commentaria in Aristotelem Graeca et Byzantina. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. URL: https://cagb-digital.de/id/cagb2443689 (aufgerufen am 29.11.2022).

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